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über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Castor

Das Kunstwort Castor setzt sich zusammen aus Buchstaben der englischen Beschreibung "Cask for Storage and Transport of Radioactive Material": Behälter für die Lagerung und den Transport radioaktiven Materials. Der Castor wird in Deutschland eingesetzt, um derartige Stoffe zwischen Kernkraftwerken, den Anlagen für Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente oder Zwischenlagern auf der Schiene oder Straße zu transportieren.

Ein Behälter vom Typ Castor ist sechs Meter lang und kann mit abgebrannten Brennelementen oder 25 Tonnen in Glas eingeschlossenem Nuklearmüll beladen werden. Wegen der Gefahren, die von diesen Materialien bei unsachgemäßer Handhabung oder einem Unfall während des Transports ausgehen können, gelten nicht nur für die Abwicklung dieser Transporte sondern auch für die Konstruktion des Behälters besondere Sicherheitsbestimmungen.

Transporte von radioaktivem Material finden in Deutschland seit Jahren regelmäßig statt. Politisch besonders umstritten und von Demonstrationen der Atomkraftgegner begleitet, war im April 1995 der erste Transport abgebrannter Brennelemente in einem Castor vom Kernkraftwerk Philipsburg ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben. Die Brennelemente werden dort nicht ausgeladen. Sie bleiben bis zu einer späteren Endlagerung im Castor eingeschlossen.

Die in Deutschland entwickelten Behälter sind speziell für den Transport von abgebrannten Brennelementen aus Druck- oder Siedewasserreaktoren konstruiert worden. Sie bestehen aus einem massiven Gußkörper mit zweifach gestaffeltem Deckelsystem zur Eindämmung der hochradioaktiven Strahlung. Die Behälter für die atomare Fracht werden in einem Stück aus Gußeisen hergestellt und haben daher keine Schweißnähte. Ein System aus Mehrfachdeckeln soll den sicheren Verschluss gewährleisten. Um gegen mögliche äußere Einwirkungen geschützt zu sein, wie sie in Extremfällen bei einem Transport auf Schiene oder Straße auftreten könnten, muss der Castor vor der Zulassung eine Reihe von Sicherheitstests durchlaufen. Dazu zählt ein Sturz aus neun Metern Höhe auf ein Beton-Stahl-Fundament und ein halbstündiger Feuertest bei 800 Grad Celsius.

Der Castor ist so ausgelegt, dass nur sieben Millirem pro Jahr nach außen dringen. Dies ist eine Belastung, die weit unter der Strahlendosis liegt, der sich ein Mensch ungefährdet aussetzen kann und der er auch als Folge der natürlichen Strahlung ständig ausgesetzt ist. Die als ungefährlich geltende Dosis liegt nach der Ansicht von Wissenschaftlern bei 150 Millirem pro Jahr.



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