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Wirtschaftslexikon
über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Wirtschaftslexikon

Dieses Online-Wirtschaftslexikon eignet sich sowohl für Laien als auch für den akademischen Bereich. Finden Sie jeden Fachausdruck zunächst knapp dargestellt und im Verlauf des Artikels immer ausführlicher. Es sind alle großen Bereiche der Wirtschaftslebens und der Wirtschaftswissenschaften abgedeckt. Aktuell veröffentlichte Artikel finden Sie unten aufgeführt.

10. 12. 2016

Kreditgenossenschaftsmitglieder - Auch: Genossen. Eigenkapitalgeber der Genossenschaftsbank, >>> Kreditgenossenschaftsmitglieder

Investmentgesellschaft - Ein Unternehmen, das die von Anlegern eingezahlten Gelder nach dem Prinzip der Risikostreuung in Wertpapieren, Grundstücken, Mobilien oder Unternehmensbeteiligungen anlegt, heißt Investmentgesellschaft. Anleger haben die Wahl zwischen sehr vielen verschiedenen Investmentfonds. Sie legen die von den Sparern eingezahlten Gelder je nach den vertraglichen Vereinbarungen in den genannten Vermögenswerten an.Die Investmentgesellschaften bieten Anlegern die Möglichkeit, sich auch mit relativ kleinen Beträgen an einem gut gemischten Depot zu beteiligen, wodurch das Risiko der Anlage vermindert wird. Zudem werden die einzelnen Fonds der Investmentgesellschaften von professionellen Anlagespezialisten verwaltet, so dass der Anleger mit einer angemessenen Rendite rechnen kann. Die Investmentgesellschaften legen die ihnen anvertrauten Gelder für ihre Kunden in Form von Aktien, Anleihen oder Immobilien an. Je nach Konstruktion der Fonds können es aber auch Derivate wie beispielsweise Optionen und Futures sein. Möchte ein Anleger sich an einem bestimmten Fonds einer Investmentgesellschaft beteiligen, so erwirbt er über seine Hausbank Anteile an diesem Fond. Die Anlage ist schon mit sehr kleinen Beträgen möglich. Einzelne Anteile haben meist einen Wert zwischen 10 und 100 Euro. Es ist auch möglich, Bruchteile von Anteilen zu erwerben. Dadurch eignen sich Fondsanteile auch für Sparer, die kleinere Summen anlegen wollen. Bei Investmentanteilen wird zwischen Ausgabepreis und Rücknahmepreis >>> Investmentgesellschaft

inmate culture - In der Wirtschaftssoziologie: (engl.) >>> inmate culture

Teilleistungen des externen Leistungsbereichs - Wertleistungen. >>> Teilleistungen des externen Leistungsbereichs

Kapitalverkürzung - In der Wirtschaftssoziologie: >>> Kapitalverkürzung


09. 12. 2016

Unterdrückung - In der Wirtschaftssoziologie: auch: Repression, suppression, frz.: repression, [1] in der Psychoanalyse: das bewusst betriebene, zuerst meist von äusseren Instanzen erzwungene Absperren von Triebregungen von dem ihnen adäquaten >>> Unterdrückung

Verstärker, sekundärer - In der Wirtschaftssoziologie: Sekundärverstärker, auch: bedingter (konditionierter) Verstärker, Bezeichnung für solche Reize, die ursprünglich neutral waren, also keine Verstärkung bewirkten, die aber durch wiederholtes gemeinsames Auftreten >>> Verstärker, sekundärer

Präferenzwandel - In der Wirtschaftssoziologie: u.a. von J. Elster (1983) analysiertes Problem rationalen Handelns. Der auch als „Willensschwäche“ oder Akrasie bezeichnete endogene P in Abhängigkeit >>> Präferenzwandel

Landschaftsplanung - Handlungsprogramm gemäß Bundesnaturschutzgesetz, das die überörtlichen Erfordernisse und Maßnahmen im Hinblick auf >>> Landschaftsplanung

Assurbanking - Im allg. Allfinanzbereich verwendete, wenig sinnvolle Bezeichnung >>> Assurbanking


08. 12. 2016

Kontrolle, markt-, marketingpolitische - marktpolitische >>> Kontrolle, markt-, marketingpolitische

Interviewerfehler - In der Wirtschaftssoziologie: systematisch >>> Interviewerfehler

Kreditlenkung - In Zentralverwaltungs-, Planwirtschaften die auf Grund der zentralen staatlichen >>> Kreditlenkung

Ressourcenpolitik - 1. Ziele der Ressourcenpolitik Ressourcenpolitik bezeichnet staatliche Eingriffe in die Verwendung oder Bereitstellung von Ressourcen. Als Ressourcen sind dabei die Güter zu verstehen, die von der Natur bereitgestellt werden. Ressourcenpolitik ist immer dann notwendig, wenn sich bei Abwesenheit derselben Gleichgewichte einstellen, die zu gesellschaftlich unerwünschten Ergebnissen führen. Als gesellschaftlich unerwünschte Ergebnisse können eine ineffiziente Nutzung gelten, wie sie bei der Existenz externer Effekte oder unvollkommener Märkte vorliegt, eine intertemporale Allokation, die die Interessen zukünftiger Generationen nur unangemessen berücksichtigt (Stichwort: nachhaltige Entwicklung) oder zu hohe bzw. zu niedrige Ressourcenpreise, die zu gesellschaftlich unerwünschten verteilungspolitischen Implikationen führen. Insbesondere der letzte Punkt verdeutlicht, daß die Ziele der Ressourcenpolitik von der Ressourcenausstattung der betreffenden Länder und Gesellschaften abhängen und davon, ob Ressourcen auf internationalen Märkten gehandelt, d. h. ex- bzw. importiert werden. Ressourcenanbietende Länder haben möglicherweise das Ziel, den Gewinn aus dem Ressourcenabbau über die Zeit zu maximieren. Dies bedeutet, daß sie berücksichtigen müssen, daß eine heute abgebaute Ressourcenmenge morgen nicht mehr zur Verfügung steht und somit die heute erzielten Gewinne gegen morgen entgehende Gewinne abgewogen werden müssen. Aus diesem Kalkül heraus beinhaltet Ressourcenpolitik in diesen Ländern eine Entscheidung über die Verwendung der Verkaufserlöse, wie z. B. Kapitalbildung oder Konsum. Hieraus folgt, daß die Ressourcenpolitik eines ressourcenanbietenden Landes nicht nur von der Kapitalverzinsung und den Konsumbedürfnissen beeinflußt wird, sondern ebenfalls von den zukünftigen Möglichkeiten, Gewinne aus dem Ressourcenabbau zu erzielen. Diese Möglichkeiten können sich ändern durch neue Bedingungen an den internationalen Ressourcenmärkten wie z. B. elastischere Nachfrage durch neue Substitutionsmöglichkeiten, zunehmende Nachfrage von Wachstumsregionen und Angebotsänderungen durch eine zu- oder abnehmende Anzahl von Konkurrenten. Bei einer hinreichend kleinen Anzahl von Konkurrenten kann die nationale Ressourcenpolitik in internationalen Verträgen, die eine Kartellbildung beschließen, ihren Ausdruck finden, mit dem Ziel, die heutigen und zukünftigen Marktbedingungen möglichst günstig zu gestalten. Ressourcennachfragende Länder dagegen verfolgen das Ziel, an den internationalen Ressourcenmärkten günstige Kaufbedingungen, d. h. niedrige Preise und ein stabiles Angebot zu erreichen. Ferner kann die Unabhängigkeit von den Anbietern und die Absicherung gegen Versorgungsengpässe von Bedeutung sein. Diese Ziele erfordern eine Ressourcenpolitik, die Substitutions-und Einsparungsprozesse in Gang setzen und auch für die Bereitstellung von Alternativtechnologien sorgt. Des weiteren können in ressourcennachfragenden Ländern auch Maßnahmen mit verteilungs- und wettbewerbspolitischen Zielen wichtig werden. Instrumente der Ressourcenpolitik Die unterschiedlichen Interessen von ressourcenanbietenden und -nachfragenden Ländern verdeutlichen, daß die gesellschaftlichen Ziele auch die Wahl der Instrumente der Ressourcenpolitik beeinflußen können. Zusätzliche Bestimmungsgründe der Instrumente können physikalische Eigenschaften der Ressourcen sein, wie z. B. Erschöpfbarkeit oder Regenerierbarkeit, und auch territoriale Besonderheiten, wie nationale oder internationale Nutzungsrechte. Grundsätzlich lassen sich die Instrumente den folgenden Gruppen zuteilen: Ordnungspolitische Instrumente, d. h. die Schaffung von Institutionen, die die Umsetzung der gesellschaftlichen Ziele ermöglichen, mengenpolitische Instrumente, d. h. Instrumente, die direkt an den angebotenen oder nachgefragten Mengen ansetzen, und Steuern. Hier ist zu unterscheiden zwischen Steuern, die direkt auf das Angebot oder die Nachfrage wirken und solchen, die Renten bei den Anbietern oder den Nachfragern abschöpfen entweder aus verteilungspolitischen Gründen oder aber mit dem Ziel, Verhaltensänderungen zu induzieren. Da Ressourcenpolitik häufig mit umweltökonomischen Problemen konfrontiert ist, kann, analog zur —Umweltpolitik, auch eine Einteilung der Politikinstrumente in „Market based-“ und „Command and Control-Instruments“ sinnvoll sein, d. h. also Instrumente, die versuchen, Verhalten entweder durch ökonomische Anreize oder durch Ver- und Gebote zu steuern. Instrumente Durch ordnungspolitische Instrumente definiert der Staat die institutionellen Regeln für die Nutzung und Entnahme natürlicher Ressourcen. Richtig gestaltete ordnungspolitische Instrumente ermöglichen es, Anreize zu schaffen, die im Idealfall eine effiziente Allokation der natürlichen Ressourcen und die —Internalisierung von externen Effekten garantieren. Beispiele für institutionelle >>> Ressourcenpolitik

Anlageberater / Vermögensberater - Als Anlage- beziehungsweise Vermögensberater bezeichnen sich Vertreter von Finanzdienstleistern sowie freiberufliche und unabhängige Berater, ebenso Mitarbeiter von Brokerhäusern und Banken. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt. Auch ein Sachkundenachweis ist nicht erforderlich. Deshalb bezeichnen sich auch solche Verkäufer von Fondsanteilen und anderen Finanzprodukten als Anlageberater, die nur eine geringe Qualifikation für diese Tätigkeit besitzen. Oder sie sind für Anbieter aus dem Grauen Kapitalmarkt tätig und versuchen eher mit psychologischen Tricks als mit Sachkunde Kunden zu gewinnen.Das gestiegene Interesse an einer ertragreichen Geldanlage und die Notwendigkeit einer stärkeren Eigenvorsorge für das Alter hat führt dazu, dass nicht nur die Zahl und Vielfalt der dazu mehr oder weniger geeigneten Finanzprodukte steigt. Es gibt auch eine große und weiter wachsende Zahl von Unternehmen, die sich auf den Verkauf von Fondsanteilen und Lebensversicherungen, auf das Angebot von Immobilienbeteiligungen, von Warentermin- und Devisengeschäften sowie zahlreichen anderen Finanzprodukten spezialisiert haben. In ihrem Auftrag bemühen sich die Anlage- oder Finanzberater um Kunden. Daneben gibt es die Wertpapierberater der Banken, Vermögensverwaltungen und Brokerhäuser sowie unabhängige Anlage- beziehungsweise Vermögensberater. Die Berufsbezeichnung "Anlageberater" ist nicht gesetzlich geschützt. Die >>> Anlageberater / Vermögensberater


07. 12. 2016

Konjunkturrat - Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (Stabilitätsgesetz) von 1967 verpflichtet die Bundesregierung unter anderem zur Bildung eines Konjunkturrates. Er soll sie wirtschaftspolitisch beraten und dazu beitragen, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen koordinieren und gemeinsam an den Erfordernissen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts ausrichten.Der Konjunkturrat wurde aufgrund von Paragraph 18 des Stabilitätsgesetzes gebildet. Er wird zur Beratung der Bundesregierung eingesetzt. Über die Bildung eines Konjunkturrats zur Beratung von Bund, Ländern und Gemeinden heißt es im Stabilitätsgesetz: Bei der Bundesregierung wird ein Konjunkturrat für die öffentliche Hand gebildet. Dem Rat gehören an: Der Bundesminister für Wirtschaft (Vorsitz), der Bundesfinanzminister, ein Vertreter jedes Bundeslandes, vier Vertreter der Gemeinden und der Gemeindeverbände. Sie werden vom Bundesrat auf Vorschlag der kommunalen Spitzenverbände bestimmt. Den Vorsitz im Konjunkturrat führt der Bundesminister für Wirtschaft. Der Konjunkturrat berät nach einer vom Bundesminister für Wirtschaft zu erlassenden Geschäftsordnung in regelmäßigen Abständen: >>> Konjunkturrat

Ricambio (-Wechsel) - Rückwechsel. >>> Ricambio (-Wechsel)

European Association of Cooperative Banks - Abk.: EACB. Europäische Vereinigung der genossenschaftlichen >>> European Association of Cooperative Banks

Venture(capital)fonds, -fund, Venturefinanzierungsfonds - Abk.: VC-Fonds. Venturefund. Auch: Wagnis(finanzierungs)fonds. Kapitalfonds (ähnl. Investmentfonds), dessen angesammelte Mittel in bestimmten unternehmerischen Projekten angelegt werden, die wegen ihres Novitätsgrades stärker risikobehaftet sind. I. d. R. Publikumskommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG), die einer grösseren Zahl einkommenstarker Kapitalanleger >>> Venture(capital)fonds, -fund, Venturefinanzierungsfonds

Tilgungsfondstilgung - Auch: Sinkingfund-Tilgung. Tilgung von Anleihen auf der Grundlage eines Tilgungs-(Amortisations-)fonds (Sinkingfund). >>> Tilgungsfondstilgung


06. 12. 2016

Kündigungsschutzklage - Wird ein Arbeitnehmer gekündigt, hat er die Möglichkeit, eine Schutzklage beim Arbeitsgericht anzustrengen. Allerdings hat er dazu nach Zugang der Kündigung nur drei Wochen Zeit.Das Arbeitsgericht prüft, ob die Kündigung ungültig ist. Wer klagt, möchte weiterhin im Unternehmen beschäftigt >>> Kündigungsschutzklage

In-House Banking - Zusätzliche übernahme von Finanzintermediärfunktionen durch das Finanzmanagement von Unternehmen unter vollständiger oder teilweiser Umgehung der traditionellen Bank . Ziel ist meist die Unternehmenswertsteigerung bzw. die Nutzung der Wertschöpfung bei Finanzgeschäften, die bisher bei Banken entstanden ist. Voraussetzung für die übernahme von Bankgeschäften im eigenen Unternehmen ist eine ausreichende Unternehmensgröße, technisches und personelles Know-how, sowie ein gutes Standing auf dem Finanzmarkt (erste Adressen, wie z.B. „DaimlerChrysler, Siemens“ oder „Bosch“). Die Tendenz zur Verbriefung von Finanztiteln und die Verschiebung der Finanzierungsmotive (Handel statt Spekulation) sowie das fehlende Angebot traditioneller Banken für spezielle Produkte ihrer Kunden (Flexibilisierung, Spezialisierung) führt in den letzten Jahren zu immer mehr Gründungen von In-house-Banken. Fast jedes Automobilunternehmen und jedes Großunternehmen im Handel hat inzwischen seine eigene Bank, welche die Finanzmarktgeschäfte im Konzern und an den Finanzmärkten betreibt. Hauptleistungen einer In-house-Bank sind, neben dem Cash Management und Clearing von Zahlungen im Konzern ( Matching >>> In-House Banking

Information - (engl. information) Dieser grundlegende Begriff wird wie die angrenzenden Begriffe Daten und Wissen, die oft synonym oder zur gegenseitigen Definition verwandt werden, in Wissenschaft und Praxis nicht einheitlich definiert und verwendet. Etymologisch ist er von dem lateinischen Begriff informatio = Formgebung, Gestaltung, Erläuterung abgeleitet. 1) In der klassischen Informationstheorie wird Information (nach Shannon und Wiener) als das Maß der Reduktion von Unbestimmtheit verstanden. Dieser Informationsbegriff steht aus dem Blickwinkel der Übertragung von Informationen in engem Zusammenhang zur Nachrichtentechnik und ist damit für die Wirtschaftswissenschaften nur bedingt zweckmäßig. 2) In der Betriebswirtschaftslehre wird Information (nach Wittmann) teilweise als zweckbezogenes Wissen zur Vorbereitung und Durchführung von Handlungen und Entscheidungen verstanden. Damit stellen Informationen jeweils die Teilmenge der Wissensbasis dar, die für den konkret betrachteten Zweck relevant ist. Dieser Ansatz steht allerdings dem allgemeinsprachlichen Verständnis entgegen, dass Wissen in der Begriffshierarchie auf einer höheren Ebene als Information steht. Ferner ist zunächst >>> Information

Ich-Kontrolle - In der Wirtschaftssoziologie: auch: Selbstkontrolle, bezeichnet die Kontrolle und Verfügbarkeit >>> Ich-Kontrolle

Soziale ökologische Marktwirtschaft - 1. Begriff Der Begriff „Soziale ökologische Marktwirtschaft“ beinhaltet die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Marktwirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt, ohne daß damit Aussage über die Gewichtung der Begriffsbestandteile getroffen würde. Zuerst stellt er die Erweiterung des Begriffes „Soziale Marktwirtschaft“ um ökologische Zielsetzungen dar. Der Begriff rekurriert auf die positiven Erfahrungen mit der „Sozialen Marktwirtschaft“ in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg. Die unter dieser Bezeichnung insbesondere von Wirtschaftsminister Erhard ab 1949 geführte Wirtschaftspolitik hatte zu einer unerwarteten Zunahme des Wohlstandes breiter Bevölkerungsschichten geführt. Die mit dem wirtschaftlichen Wachstum verbundenen Umweltbelastungen wurden bis Ende der 60er Jahre weitgehend verdrängt bzw. als unvermeidlich angesehen. Die Fokussierung der öffentlichen Aufmerksamkeit auf Umweltschutz ab ca. 1970 erforderte eine Erweiterung der bisherigen wirtschaftspolitischen Zielsetzungen. Die begriffliche Fixierung dieses Zieles wurde und wird angestrebt unter den Stichworten „öko(logisch)-soziale Marktwirtschaft“ oder „soziale, ökologische Marktwirtschaft“. Während das erste Stichwort einen Primat der Ökologie suggeriert, drückt „soziale ökologische Marktwirtschaft“ aus, daß die — Bedürfnisse der Menschen in industriellen Gesellschaften einen zentralen Stellenwert behalten. Ohne eine solche Zusicherung und deren Einhaltung ist die oftmals prekäre Zustimmung der Wähler zu Aufwendungen für Umwelt- und Ressourcenschutz nicht zu erreichen. Der Nutzen einer Verwendung des Begriffs Sozial ökologische Marktwirtschaft erschließt sich am besten durch eine historische Analyse. 2. Historische Entwicklung Grundproblem ist die wirtschaftliche, politische und ökologische Stabilität demokratischer industrieller Gesellschaften. Welche gesellschaftlichen Kräfte und Prozesse sind in der Lage, industrielle Gesellschaften, etwa Deutschland, und die die Gesellschaft tragende Wirtschaft auf einem Pfad der Prosperität zu halten und vor Katastrophen und Zusammenbrüchen zu bewahren. Zusammenbrüche können sein, nach den Erfahrungen in verschiedenen Ländern im 20. Jahrhundert: Wirtschaftskrisen, wie die Weltwirtschaftskrise von 1929 oder die gegenwärtige Dauerkrise in Rußland nach dem Zusammenbruch des Staatskapitalismus im Jahre 1991; Abschaffung der Demokratie in Form von Machtübernahmen durch Diktatoren oder das Militär; Kriege wie der Zweite Weltkrieg, der Holocaust an der jüdischen Bevölkerung oder die Balkankriege der 90er Jahre mit Tod und Vertreibung sowie weitgehender Zerstörung der Lebensgrundlagen; Umweltkrisen wie der Chemieunfall 1984 in Bhopal (Indien), der nukleare Unfall 1986 in Tschernobyl in der Ukraine oder auch die weniger beachtete radioaktive Verseuchung ganzer Landstriche in Sibirien im Umkreis der sowjetischen Standorte der Atomwirtschaft. Diskutiert wurden seit dem 18. Jahrhundert als stabilisierende Kräfte der europäischen Gesellschaften. der Markt und der Staat, neuerdings in verstärktem Maße auch die Zivilgesellschaft. Der wirtschaftliche Liberalismus ist die Denkrichtung, die vorwiegend oder ausschließlich den Markt als Lenkungs- und Ordnungsfaktor betrachtet und alle anderen Einflüsse eliminieren will. Die liberale Grundidee (in ihrer radikalen Ausprägung), symbolisiert durch die Metapher Adam Smith's (1723-1790) von der ..invisible hand“, die aus Marktprozessen das Gemeinwohl erzeugt, geht von der uneingeschränkten Lenkungsfunktion der Marktkräfte aus. Jede Einflußnahme des Staates führt danach zu Marktverzerrungen und volkswirtschaftlichen Wohlstandsverlusten. Der Staat soll dementsprechend auf eine „Nachtwächter-rolle“ reduziert werden. Das radikale Gegenkonzept (von Marx) war die Verstaatlichung der Produktionsmittel und eine tendenzielle Allmacht des Staates, realisiert durch Lenin und Stalin in der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution von 1917 und im Comecon nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Auflösung beider 1991. Gemäßigte Gegner des wirtschaftlichen Liberalismus (z.B. Kautsky, Bernstein, Pigou, später Meadows, Binswanger, E. U. von Weizsäcker) leugnen nicht prinzipiell die Lenkungsfunktionen des Marktes, stellen aber in wichtigen Bereichen strukturelles Marktversagen fest, insbesondere bei der Lösung der „sozialen Frage“ und beim Schutz der Umwelt („ökologische Frage“). Sie sehen in diesem teilweisen Marktversagen Gefahren für den Wohlstand der Bevölkerung und die Stabilität industrieller Gesellschaften. Der Begriff „Sozial ökologische Marktwirtschaft“ verdeutlicht die doppelte Ergänzung des liberalen Prinzips, zunächst in der Theorie und nachfolgend in einigem Ausmaß in der politischen und gesellschaftlichen Realität. Diese Erweiterung wurde in zwei Schritten erreicht, durch die soziale Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg und durch die Umweltbewegung seit ca. 1970. Die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war charakterisiert durch die Bemühungen der Gewerkschaften und des reformorientierten Teils der Sozialdemokratie, für die proletarisierten Teile der Bevölkerung (1925: 50 % Lohn- und Gehaltsbezieher minderer Qualifikation mit hohem Risiko der Arbeitslosigkeit) Verbesserungen in Form von Einkommenssteigerungen und mehr sozialer Sicherheit durchzusetzen. Diese Bemühungen erlebten einen dramatischen Rückschlag in der Weltwirtschaftskrise 1929 ff., mit 8 Mio. Arbeitslosen in Deutschland ohne wirksames System der Sozialhilfe. Die Folgen insbesondere dieses Marktversagens waren der Aufstieg des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg. Die „Soziale Marktwirtschaft” (als Konzept erarbeitet von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard und seinem Staatssekretär Müller-Armack) war die Antwort der politisch führenden Gruppen in Westdeutschland auf die Erfahrungen aus Wirtschaftskrise, Diktatur und Krieg. Die Produktion wurde mit der Währungsreform von 1948 von staatlicher Reglementierung weitgehend befreit. Der Staat konzentrierte seine Aktivitäten auf Schaffung von stabilen Rahmenbedingungen (Recht, Währung, Wettbewerbssicherung), Bau von Infrastruktureinrichtungen (z. B. Transport und Verkehr, Bildung), Subventionen für erwünschte wirtschaftliche Aktivitäten (z. B. Wohnungsbau), Sozialgesetzgebung zur Absicherung der Lebensrisiken (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Alter), Steuergesetze mit gewissen sozialen Komponenten. Politische Träger der sozialen Marktwirtschaft waren zunächst die Parteien CDU und FDP. Erst mit ihrem Godesberger Parteitag 1959 verabschiedete sich die SPD von ihren staatssozialistischen >>> Soziale ökologische Marktwirtschaft


05. 12. 2016

CDO - Abkürzung für Collateralizeddebt-Obligation. >>> CDO

Leveraged Buy-Out - Leveraged Buy-Out ist ein mit Hilfe von Krediten finanzierter Unternehmenskauf durch eine Gruppe von Investoren. Ziel einer solchen Transaktion ist meist nicht die Fortführung des Unternehmens in seiner bestehenden Form. Es geht vielmehr um eine Umstrukturierung mit anschließendem Verkauf einzelner oder aller Teile des Unternehmens. Oft handelt es sich dabei vor allem um ein Spekulationsgeschäft.Bei einem Leveraged Buy-Out versuchen einer oder mehrere Investoren, ein Unternehmen durch Erwerb der Kapitalmehrheit in ihren Besitz zu bringen. Meist handelt es sich um Gesellschaften, deren Aktien an der Börse unterbewertet erscheinen. In vielen Fällen werden zunächst in kleineren Schritten Aktien über die Börse aufgekauft oder größere Kapitalanteile von Einzelpersonen oder Banken als Paket übernommen. Dann wird den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot für ihre Aktien gemacht, das deutlich über dem derzeitigen Börsenkurs liegt. Gelingt es den Investoren auf diesem Weg, die notwendigen Anteile am Grundkapital zusammenzubringen, können sie mit der Umstrukturierung beginnen. Die erste Möglichkeit besteht dann darin, nach dem Verkauf von nicht benötigten Grundbesitz- und Betriebsteilen das Unternehmen in einer neuen, schlankeren Struktur weiterzuführen. In diesem Fall war das Unternehmen vorher zu groß, zu schwerfällig und unrentabel geworden. Durch den Verkauf von Tochtergesellschaften, Unternehmensteilen oder gehorteten Immobilien werden dann notwendige Mittel beschafft, um die für den Aufkauf der Gesellschaft aufgenommenen Fremdmittel (Kredite) ganz oder teilweise zurückzuzahlen. Diese Mittel wurden oft durch Einschaltung von Investmentbanken beschafft. Die Restrukturierung des Unternehmens >>> Leveraged Buy-Out

Onshorefinanzmarkt, -platz - Im Inland, national bestehende Finanzmärkte >>> Onshorefinanzmarkt, -platz

Ich-Reife - In der Wirtschaftssoziologie: psychoanalytischer Begriff, [1] optimale Entwicklung des Ich, die das Erreichen der genitalen Stufe der psychosexuellen Entwicklung und >>> Ich-Reife

Urteil, präkonventionelles - In der Wirtschaftssoziologie: >>> Urteil, präkonventionelles


04. 12. 2016

Diskont(kredit)linie - Höchstgrenze, die die Bank ihrem Kunden zusagt, bis zu der dieser der Bank Wechsel >>> Diskont(kredit)linie

Kommunikation, vertikale - In der Wirtschaftssoziologie: Bezeichnung für die Art des Kommunikationsflusses in allen hierarchisch >>> Kommunikation, vertikale

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen - In der Gesundheitswirtschaft: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, früher Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, wurde 1985 ins Leben gerufen, um die Konzertierte Aktion in ihrer Arbeit zu unterstützen. Seit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) im Januar 2004 firmiert er unter seinem neuen Namen, da die Konzertierte Aktion abgeschafft wurde. Die Mitglieder des interdisziplinär besetzten Sachverständigenrates werden seit 1991 vom Bundesgesundheitsminister, davor vom Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, für eine bestimmte >>> Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen

Luxus - In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Verschwendung, überdurchschnittlicher Aufwand, >>> Luxus

Klassenmacht - In der Wirtschaftssoziologie: die Möglichkeit der Mitglieder >>> Klassenmacht


03. 12. 2016

Intelligenztest, analytischer - In der Wirtschaftssoziologie: AIT, von Meili >>> Intelligenztest, analytischer

Befragung, postalische - In der Wirtschaftssoziologie: schriftliche Befragung, bei >>> Befragung, postalische

Strukturanalyse - Bildung bestimmter Kennziffern und deren Untersuchung insbesondere im Bereich der Bilanzierung und Finanzierung von Unternehmen. >>> Strukturanalyse

Betriebskrankenkassen (BKK) - In der Gesundheitswirtschaft: Company Health Insurance Funds Arbeitgeber können BKKs für einen oder mehrere Betriebe errichten, wenn in diesen Betrieben regelmäßig mindestens 1.000 Versicherungspflichtige beschäftigt sind und die Leistungsfähigkeit der Krankenkasse auf Dauer gesichert ist. Davon ausgenommen sind durch das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) seit dem 1. Januar 2004 Betriebe von Leistungserbringern und ihren Verbänden. Damit soll verhindert werden, dass in der Selbstverwaltung der BKK Vertragspartner der Krankenkasse als Arbeitgeber vertreten wären und damit der Grundsatz der Gegnerfreiheit im Verhältnis Krankenversicherung/ >>> Betriebskrankenkassen (BKK)

Wahrscheinlichkeit, logische - In der Wirtschaftssoziologie: auch: mathematische W., Interpretation der Wahrscheinlichkeit, nach der die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses durch das Verhältnis der günstigen Fälle zur Gesamtzahl der möglichen Fälle im betrachteten Ereignisraum gegeben ist. Das >>> Wahrscheinlichkeit, logische


02. 12. 2016

Ziele von Banken, Restriktionen - Auf Grund der besonderen Stellung, die Banken im Wirtschaftsleben einnehmen, und infolge der daraus resultierenden engen Verflechtung der Banken mit ihrer Umwelt sind Banken in der konkreten inhaltlichen Formulierung ihrer Ziele nicht frei; sie sind vielmehr gezwungen, im Rahmen der Ziel- und Mittelentscheidungen die Interessen und Anforderungen externer Gruppen und Institutionen (Umsystem der Bank) und interner »Satellitengruppen« (Insystem der Bank) zu berücksichtigen. Die Notwendigkeit >>> Ziele von Banken, Restriktionen

Kreditabschreibung - Auch: Wertberichtigung von Krediten. >>> Kreditabschreibung

Kreditderivatefutures - Futures (standardisierte, >>> Kreditderivatefutures

Kontiguität - In der Wirtschaftssoziologie: zeitlich oder räumlich enges Aufeinanderfolgen oder Zusammenfallen verschiedener Erlebnisinhalte, >>> Kontiguität

Plastikkarten - Plastikgeld. >>> Plastikkarten


01. 12. 2016

Transmissionsriemen - In der Wirtschaftssoziologie: aus der Technik übernommene Bezeichnung für den Beitrag, den ein Systemelement leistet, um den Einfluss eines >>> Transmissionsriemen

Kommunikationswege - In der Wirtschaftssoziologie: >>> Kommunikationswege

Wechselschuld(en) - Wechselverbindlichkeit(en). >>> Wechselschuld(en)

Kreditrisiko bei Zahlungs- und Verrechnungssystemen - Risiken >>> Kreditrisiko bei Zahlungs- und Verrechnungssystemen

Grossstadtsoziologie - In der Wirtschaftssoziologie: Teilgebiet der Soziologie, das die Beschreibung >>> Grossstadtsoziologie


 
 
 
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