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über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Deutscher Pfandbrief-Index (PEX)

Der deutsche Pfandbriefindex ist das neuste Mitglied der Index-Familie am deutschen Wertpapiermarkt. Der Index misst die Rendite deutscher Pfandbriefe und damit die Marktentwicklung am Pfandbriefmarkt. Der PEX ist von seinem Aufbau dem REX sehr ähnlich. Das ermöglicht es, Vergleiche zwischen der Entwicklung von Staatspapieren und Pfandbriefen.

Der Deutsche Pfandbrief-Index PEX ist neben den bekannten Indizes DAX, REX, DAX 100, und Composite DAX (C-Dax) der jüngste Wertpapierindex in der Bundesrepublik. Der PEX soll die Renditeentwicklung der Pfandbriefe auf dem deutschen Markt widerspiegeln. Der Index wurde entwickelt, da in der Bundesrepublik Deutschland bis jetzt kein institutsunabhängiger Index für Pfandbriefe bestand. Die Entwicklung der Preise und Renditen war damit für Investoren und Händler nur schwer zu beobachten. Der REX ist nicht geeignet, um als allgemein anerkannter Index für die Entwicklung von Pfandbriefen zu dienen, da er sich aus Staatspapieren errechnet.

Der Pfandbrief-Index PEX wurde vom Verband Deutscher Hypothekenbanken, dem Verband öffentlicher Banken sowie des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen der Hochschule St. Gallen für den deutschen Kapitalmarkt entwickelt. Der PEX ist von seinem Aufbau dem REX sehr ähnlich und ermöglicht damit Vergleiche zwischen der Entwicklung von Staatspapieren und Pfandbriefen.

Der Berechnung des PEX liegt das so genannte Notional-Bond-Konzept zugrunde. Der Index wird nach diesem Konzept mit Hilfe von synthetischen Wertpapieren ermittelt. Bei synthetischen Wertpapieren handelt es sich um künstlich entworfene idealtypische Wertpapiere, also Wertpapiere, die gar nicht wirklich existieren, sondern nur für die Berechnung des Index entworfen werden. Der Wert eines synthetischen Wertpapiers leitet sich aus anderen, tatsächlich existierenden Papieren ab. Synthetische Wertpapiere sind damit eine besondere Form von Derivaten. Dies unterscheidet den PEX von vielen anderen Wertpapier-Indices, bei denen die Berechnung auf einem Portfolio aus tatsächlich am Markt gehandelten Wertpapieren basiert.

Mit Hilfe eines speziellen Berechnungssystems werden die Kurse der künstlichen Pfandbriefe berechnet. Hierzu werden zunächst Marktdaten gesammelt und dann in Kurse für die synthetischen Wertpapiere umgerechnet. Die dabei entstehenden Kurse sind ebenfalls idealtypische Kurse, also Kurse, die bei den am Markt beobachteten Zinssätzen entstehen müssten. Man spricht hier von so genannten fairen Kursen. Die in der Realität entstehenden Kurse können von diesen fairen Kursen aufgrund von Erwartungen der Marktteilnehmern oder anderen Effekten kurzfristig abweichen. Die Kurse der verschiedenen idealtypischen Wertpapiere werden dann zu einem Index, dem PEX zusammengefasst.

Das Problem bei der Ermittlung der Kurse der künstlichen Pfandbriefe liegt darin, dass die Kurse der realen Papiere nicht einfach am Markt beobachtet werden können. Im Gegensatz zu vielen anderen festverzinslichen Wertpapieren, wie beispielsweise Bundesobligationen, Bundesanleihen oder Industrieobligationen, lassen sich die Kurse von Pfandbriefen nicht einfach an der Börse beobachten, da nur wenige Pfandbriefe an den deutschen Wertpapiermärkten gehandelt werden. Die meisten Umsätze mit Pfandbriefen werden telefonisch getätigt und sind deshalb nicht unmittelbar zu beobachten. Aus diesem Grund dienen Pfandbriefemittenten und Pfandbriefhändler als Informationslieferanten. Diese sollen täglich die Renditen bei An- und Verkauf von Pfandbriefen melden. Die Meldung der An- und Verkaufsrenditen werden per EDV übermittelt und mit den erhaltenen Werten wird der PEX berechnet.

Ziel der Entwicklung des PEX ist eine Erhöhung der Markttransparenz, also der Übersichtlichkeit, auf dem Markt für Pfandbriefe für Investoren und Emittenten. Zusammen mit dem Renten-Index REX kann die Entwicklung von rund achtzig Prozent der deutschen Rentenpapieren verfolgt werden und zudem die Entwicklung von Pfandbriefen mit der Entwicklung von Staatspapieren verglichen werden.



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