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Wirtschaftslexikon
über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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labour process debate

In der Wirtschaftssoziologie: (engl.), eine im angelsächsischen Sprachraum, v.a. in Grossbritannien disziplinübergreifend geführte Diskussion um Struktur und Entwicklung der Arbeit und des Arbeitsprozesses. Kennzeichnend für die /. p. d. sind neben ihrer marxistischen Grundorientierung die Frage nach historischen Trends der Organisation von Arbeitsprozessen und die Untersuchung des politischen Gehalts von Arbeitsprozessen. Angestossen wurde diese Debatte durch H. Bravermans „Die Arbeit im modernen Produktionsprozess“ (1974) mit der zentralen These von der zunehmenden Dequalifizierung der Arbeit in Folge der alle Bereiche durchdringenden tayloristischen Managementstrategie. In einer ersten Welle der Reaktion wurde sowohl die Überbetonung des Taylorismus als auch die Vernachlässigung der subjektiven Seite von Arbeit kritisiert, die zweite Welle der Kritik zentrierte sich um die Frage nach Management-Alternativen zum Taylorismus zur Überwindung subjektiver Widerständigkeit (A.labour process debate Friedman 1977, R. Edwards 1979, M. Burawoy 1979). Die dritte Welle kritisierte grundsätzlich Bravermans Ansatz in seiner Gleichsetzung von Qualifikation und Facharbeit, seiner ausschliesslichen Orientierung an Managementkontrolle und seiner Annahme eines Nullsummenmodells von Kontrolle und Macht im Arbeitsprozess, das implizit das Management als ausschliesslichen Gewinner von Kontrolle ansah. Das Verdienst der /. p. d. liegt in erster Linie darin, betriebliche Macht- und Herrschaftsbeziehungen sowie politische und soziale Prozesse im Betrieb stärker in die Forschungsperspektive gerückt zu haben.



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