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Wirtschaftslexikon
über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Panel

ist eine Gruppe von Personen oder Unternehmen. Diese wird im Laufe der Zeit mehrmals zu den gleichen, interessierenden Gegenständen in gleicher Weise befragt, um eventuelle Veränderungen festzustellen. Für wirtschaftliche Untersuchungen gibt es z.B. Verbraucher-, Einzelhandelsund Großhandelspanel. Ermittelte Gegenstände sind dabei z.B. Einkaufs- und Konsumgewohnheiten, Höhe der Lagerbestände, Absatzentwicklung, Einschätzung der wirtschaftlichen Zukunft usw. (sozioökonomisches Panel) umfassende Längsschuittuntersuchung zum Leben in Deutschland. Seit 1984 wird im jährlichen Rhythmus dieselbe repräsentative Stichprobenbefragung privater Haushalte in der BRD und seit 1990 eine Stichprobe im Gebiet der neuen Bundesländer durchgeführt. Erhoben werden einerseits Informationen zu den objektiven Lebensbedingungen (Haushaltszusammensetzung, Erwerbs-und Familienbiographie, Erwerbsbeteiligung und berufliche Mobilität, Einkommensverläufe, Wohnsituation, regionale Mobilität, Gesundheit) und zur subjektiv wahrgenommenen Lebensqualität (Lebenszufriedenheit). Viele dieser Daten werden in regelmäßigen Abständen für dieselben Personen erfragt (Paneldesign), was Längsschnittuntersuchungen ermöglicht. Andererseits gibt es in jeder Befragungswelle einen inhaltlichen Schwerpunkt. Bisher waren dies in den Wellen 1 bis 8 die folgenden Bereiche: Erwerbsbiographie seit dem 15. Lebensjahr; Ehe- und Familienbiographie; soziale Herkunft, Wohnumfeld und Berufseinstieg; soziale Sicherung, Übergang in den Ruhestand, Kinderbetreuung; Vermögen und Vermögensbildung; Weiterbildung und Qualifizierung im Beruf; Zeitverwendung und -präferenzen; Familie und soziale Dienste. Die Daten des sozioökonomischen Panels können verwendet werden, um theoretische Überlegungen aus ökonomischen und soziologischen Modellen empirisch auf ihre Tragfähigkeit zu testen. Sie liefern darüber hinaus wichtige Informationen für wirtschaftspolitische Analysen und Beratung, da sie in vielen Fällen Bereiche erfassen, die von der amtlichen Statistik nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden. Das Panel ist für die wirtschaftswissenschaftliche Forschung (auch über Deutschland hinaus) von großer Bedeutung, denn es ermöglicht erstmals, empirische Analysen mit deutschen Mikrodaten (Personen, Haushalte) im Längsschnitt durchzuführen. Verantwortlich für Durchführung und Weiterentwicklung der Untersuchung ist die Projektgruppe »Das Sozio-ökonomische Panel« im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Bei ihr ist (auch als Datenbank auf Diskette) eine Liste aller mit den Daten des Panel erstellten Arbeiten erhältlich; ferner gibt sie den Panel-Newsletter heraus, der über neueste Entwicklungen informiert. Literatur: Projektgruppe »Das Sozio-ökonomische Panel« (1990). Hanefeld, U. (1987) (Panelbefragung, Panelerhebung, Pa­nelforschung): Ein Verfahren der Erhebung von Daten und der Datenanalyse, dessen Prinzip in der Untersuchung ein und derselben  Stichprobe zu zwei oder mehr verschiedenen Zeitpunkten auf die gleichen Variablen besteht. In der Markt- und Sozialforschung werden Pa­nels bei Befragungen und bei - Beobachtun­gen eingesetzt. Es handelt sich um ein Verfahren der Längsschnittanalyse, das deutlich von Trenduntersuchungen, Voraussageuntersu­chungen und Wiederholungsbefragungen zu unterscheiden ist. vgl. Quasi-Panel



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