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über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Bankleistungseigenarten, -Charakteristika

Betriebswirtschaftlich belangvolle Eigenarten der Bankleistungen als immaterielle Leistungen und Dienstleistungen sind zunächst ihre Stofflosigkeit und mangelnde Speicher-barkeit. Dies sind Merkmale, die nicht bankspezif. sind; sie charakterisieren generell Dienstleistungen. Bankleistungen werden zwar unter Einsatz materieller Faktoren (Ausstattung des internen Leistungsbereichs, Formulare usw.) erstellt, jedoch anders als im Sachgüterbereich ohne Verwendung materieller Roh- und Hilfsstoffe, also ohne materielle Faktoren, die in den Output eingehen und bei Sachgütern die materielle Substanz bilden. Betriebswirtschaftlich bedeutsamer als die Stofflosigkeit der Bankleistung ist die aus der Unkörperlichkeit zwangsläufig resultierende mangelnde Lagerfähigkeit. Die Speicherbar-keit der Produkte vor der Distributionsphase ermöglicht in der Sachgüterproduktion in gewissen Grenzen eine Emanzipation der Fertigungsprozesse von den Distributionsprozessen. Daraus resultieren autonome Gestaltungsspielräume in der Fertigungsplanung (Terminierung, Losgrösse usw.) sowie bei stark schwankendem Absatz mit Hilfe der Ausgleichsfunktion des Fertigungslagers auch Vorteile für die Dimensionierung der Fertigungskapazität. Die mangelnde Lagerfähigkeit von Bankmarktleistungen impliziert dagegen, dass diese mit ihrer Entstehung abgesetzt werden müssen. Betriebspolitische Konsequenz ist das Erfordernis, die Leistungsbereitschaft der technisch-organisatorischen Faktoren so zu dimensionieren, dass unter Berücksichtigung des Prinzips der Tagfertigkeit die negativen Wirkungen einer unzureichenden Kapazität bei Nachfragespitzen niedriger bleiben als diejenigen der Unterbeschäftigung bei geringer Bankleistungsnachfrage. Mit Rücksicht auf negative marktliche Reaktionen bei verzögerter Auftragsausführung wird die Leistungsbereitschaft der Bank nahe bei der erwarteten Spitzennachfrage liegen müssen. Es ist nur bedingt möglich, eine Phasentrennung in Fertigung und Distribution bei der Leistungserstellung von Banken vorzunehmen, wie dies üblicherw. für die Sachgüterproduktion geschieht. Zwar lassen sich etwa beim Kredit (Kreditwürdigkeitsprüfung, Bestellung von Sicherheiten usw.) oder bei einer Wertpapieremission auf die individuelle Leistung bezogene betriebliche Teilleistungen abgrenzen, die vor der Distributionsphase liegen und als »Fertigung des Kredits« usw. bez. werden könnten. Es lässt sich u.U. gedanklich die Leistungserstellung in die Phasen Auftragserteilung, Auftragsbearbeitung und Distribution gliedern; Letztere als Übernahme der Leistung durch den Bankkunden erfolgt in dem Moment, in dem die Bearbeitung beendet ist. Beim Kredit könnte konkret abgrenzbar eine selbstständige Distributionsphase noch in der Inanspruchnahme durch den Kunden gesehen werden; bei Durchführung eines Überweisungsauftrages ist dies jedoch nicht möglich. Ergebnis betrieblicher Teilleistungen vor der Distributionsphase ist also im Bankbetrieb nicht ein distributionsfähiges Objekt, wie es z. Bankleistungseigenarten, -Charakteristika ein Auto am Ende der Fertigungsphase einer Automobilfabrik ist. Typisch, wenngleich nicht nur bankspezif, ist, dass der Auftrag, d. h. der kontraktmässige Absatz der Erstellung der Bankleistung vorangeht. Dieses auch bei Sachleistungsbetrieben als Auftragsfertigung gegebene Verfahren resultiert bei Bankleistungen aus ihrer Eigenschaft, nicht lagerfähig zu sein, sowie gleichermassen auch aus der Individualität der Bankleistung. Leistungserstellungsprozess bei Banken.



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